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Kurzschrift
Für die Freunde der Langschrift
Texte zum kulturellen
Alltag
Ausgabe 2, Winter 1999
Herausgegeben von Detlef Bluemler
ISBN 3-931352-12-9
72 Seiten · Euro
12,60
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Karl Ruhrberg
Der Sport, die Kunst
und der Geist
Vom Musengipfel
Lange Zeit war der Sport
in eine gesellschaftliche Randposition abgedrängt, nicht nur in der
leibfeindlichen Welt des
Mittelalters, sondern auch in der säkularisierten Neuzeit
bis an die Schwelle zur Gegenwart. Körperkultur und geistige Exerzitien
schienen einander auszuschließen. Die gegenseitige
Verachtung der Repräsentanten beider
Bereiche war ebenso total wie ihre
Berührungsangst, der Shakespeare lesende Box-Weltmeister
Gene Tunney genauso ein Kuriosum wie der Philosoph auf dem Fußballplatz,
Ernst Bloch als Karl-May-Fan oder der frühe Bertolt Brecht und George
Grosz als Box-Enthusiasten. Noch hat kein neuer Pindar die Kaiser-Ode
auf Franz Beckenbauer gedichtet. Und Juvenals frommer Wunsch an die Götter,
sie möchten den Menschen doch, bitte, einen gesunden Geist in einem
gesunden Körper verleihen, wurde bestenfalls als unerfüllbare,
rückwärtsgewandte Utopie angesehen. Der Sportler hatte dumm, der
Geistesmensch unsportlich zu sein, so wollte es das Klischee.
Mehr erfahren Sie in
Kurzschrift 2/1999 ab Seite 45
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